Hardware

Digital-Signage-Player: fünf Arten und was technisch zählt

Was ein Digital-Signage-Player tut, welche fünf Arten es gibt, auf welche technischen Daten es ankommt und wovon Sie besser die Finger lassen.

SignageStack9 Min. Lesezeit

Nahaufnahme eines HDMI-Ausgangs
Foto von TheRegisti auf Unsplash

Ein Digital-Signage-Player ist der kleine Rechner, der aus einem Bildschirm ein Infodisplay macht. Der Bildschirm selbst zeigt nur Bilder an. Der Player lädt Ihre Playlist, speichert sie, spielt sie im Vollbild in der richtigen Reihenfolge zu den eingestellten Zeiten ab und meldet regelmäßig, dass er noch läuft. In der Praxis ist das eines von fünf Geräten: eine Android-TV-Box, ein Streaming-Stick, ein Rechner, ein Display mit eingebautem Player oder schlicht ein Browser.

Für die meisten Bildschirme lautet die Antwort: eine kleine Android-Box mit Android 8 oder neuer, mindestens 2 GB RAM, Netzwerkkabel und automatischem Einschalten nach einem Stromausfall. Eine Box, die das kann, kostet typischerweise 40–120 €. Das übrige Budget gehört ins Display. Warum das so ist und wann eine der anderen vier Varianten besser passt, lesen Sie unten.

Was ein Digital-Signage-Player eigentlich tut

Ein Fernseher mit USB-Stick zeigt eine Diashow. Das ist im weitesten Sinn auch ein Player, und dort fangen viele an. Was er nicht kann, steht in der folgenden Liste, und genau diese Liste ist die Stellenbeschreibung eines Signage-Players:

  • Holen: neue Inhalte laden, sobald die Playlist geändert wird, ohne dass jemand zum Bildschirm gehen muss.
  • Speichern: alles auf dem Gerät ablegen, damit der Bildschirm weiterläuft, wenn der Router hinter der Kaffeemaschine aufgibt.
  • Abspielen: im Vollbild, in fester Reihenfolge, jedes Element mit eigener Dauer, ohne Menüleiste und ohne „Weiterschauen?“.
  • Zeiten einhalten: bei Ladenschluss dunkel werden und zur Öffnung wieder anlaufen, auch ohne Internet.
  • Im Vordergrund bleiben: kein versehentliches Beenden, kein Bildschirmschoner, kein Update-Fenster über der Speisekarte.
  • Von selbst wieder anlaufen: nach einem Neustart oder einem Stromausfall.
  • Sich melden: damit Sie vom Büro aus sehen, dass der Bildschirm in der Filiale tatsächlich läuft.

Die Software bestimmt, was läuft. Der Player sorgt dafür, dass es läuft. Bleibt ein Bildschirm am Montag um halb acht schwarz, liegt es meist am Player, am Strom oder am Netzwerk und nicht an der Playlist.

Die fünf Arten von Signage-Playern

Android-TV-Box

Die übliche Wahl und unsere Empfehlung für die meisten Bildschirme. Eine Box in der Größe eines Bierdeckels steckt am HDMI-Anschluss, führt eine Android-App aus und verschwindet hinter dem Display. Sie ist günstig, jeder Elektronikmarkt hat Ersatz, und sie trennt den Player vom Bildschirm. Geht der Fernseher kaputt, zieht die Box an den nächsten um. Geht die Box kaputt, bleibt der Fernseher an der Wand.

Der Haken ist die Qualität. Die billigsten Boxen sparen genau dort, wo ein Infobildschirm es nicht verträgt: beim Arbeitsspeicher für Video über den ganzen Tag und beim selbstständigen Einschalten nach einem Stromausfall. Worauf Sie achten sollten, steht in unserem Ratgeber zur Android-Box für Digital Signage.

Streaming-Stick

Ein Stick ist dieselbe Idee in einem kleineren Gehäuse. Er hängt direkt am HDMI-Anschluss, bekommt Strom über USB und hat meist keine Netzwerkbuchse. Sticks haben oft weniger Speicher als Boxen und sitzen an der wärmsten Stelle hinter dem Fernseher. Ein Android-TV-Stick, der dieselben Mindestwerte erfüllt, verhält sich wie eine Box.

Die Fire TV Sticks von Amazon sind ein Sonderfall. Manche laufen mit einer Android-Variante, die neuesten nicht mehr. Geprüft und freigegeben haben wir keinen davon. Welches Modell mit welchem System läuft, klärt der Artikel über Digital Signage mit dem Fire TV Stick.

Ein Rechner: Mini-PC oder Mac

Ein Windows-Mini-PC oder ein Mac mini unter der Theke ist womöglich ein Player, den Sie schon besitzen. Unter Windows macht die SignageStack-App daraus einen Player, der im Vollbild läuft, mit Windows startet und sich selbst erholt. Auf dem Mac läuft der Web-Player im Browser, im Vollbild oder im Kiosk-Modus, und er startet mit dem Rechner.

Ein Rechner lohnt sich, wenn der Bildschirm an einem Gerät hängt, das ohnehin noch etwas anderes tut, oder wenn Sie die leise, langlebige Hardware eines Mac nutzen möchten. Auf der Seite zum Mac stehen die vier Einstellungen, mit denen er ohne jemanden an der Tastatur durchläuft. Der Preis ist der Pflegeaufwand: ein Betriebssystem mit eigenen Updates, Energiesparoptionen und Anmeldebildschirm, denen Sie einzeln das Dazwischenfunken abgewöhnen müssen.

Ein Display mit eingebautem Player

Manche Displays haben ein vollständiges Betriebssystem an Bord und brauchen gar keine Box. Auf einem Fernseher mit Android TV oder Google TV oder einem Profi-Display, das selbst mit Android läuft, lässt sich die SignageStack-APK direkt installieren. Das heißt: ein Stromkabel, nichts hinter dem Bildschirm, das sich lösen kann, und nichts zusätzlich zu kaufen.

Fernseher mit Tizen von Samsung oder webOS von LG sind ein anderer Fall. Für beide gibt es keine SignageStack-App. Der eingebaute Browser kann den Web-Player zwar öffnen, startet ihn aber nach einem Stromausfall nicht neu und hält ihn nicht im Kiosk-Modus. Das taugt für einen Test, nicht für den Dauerbetrieb. Für einen Bildschirm, um den sich niemand kümmert, gehört eine kleine Android-Box dahinter. Die ganze Entscheidung Schritt für Schritt finden Sie im Artikel Smart-TV als Digital-Signage-Bildschirm.

Ein Browser auf irgendeinem Gerät

Der Player von SignageStack ist eine Webseite. Jede aktuelle Version von Chrome, Edge, Safari oder Firefox kann ihn also ausführen: öffnen, koppeln, Vollbild. Schneller sehen Sie Ihre eigenen Inhalte auf keinem echten Bildschirm, und für die Testphase ist das der richtige Einstieg. Was ein Browser-Tab allein nicht kann: sich um den Bildschirm kümmern. Er startet nicht mit dem Gerät, holt eine eingefrorene Seite nicht zurück und hindert niemanden daran, ihn zu schließen.

Die fünf im Vergleich

Player

Gut für

Achten Sie auf

Android-TV-Box

Die meisten Bildschirme, ganze Flotten

Billige Boxen ohne automatisches Einschalten

Streaming-Stick

Enge Einbauorte, einen schnellen Test

Speicher, Wärme, nur WLAN

Mini-PC oder Mac

Vorhandene Rechner weiterverwenden

Systemupdates, Ruhezustand, Anmeldung

Im Display eingebaut

Montage mit nur einem Kabel

Nur mit Android TV oder Google TV

Browser

Testphase und schnelle Versuche

Fängt sich nicht von selbst wieder

Welche technischen Daten bei einem Digital-Signage-Player zählen

Digital Signage ist eine leichte Aufgabe, die sehr lange erledigt werden muss. Das verändert, welche Angaben auf der Verpackung wichtig sind.

  • Android-Version: Die SignageStack-App braucht Android 8 oder neuer. Prüfen Sie die Version in den Einstellungen des Geräts, sobald es da ist. „Android TV“ im Produktnamen sagt nichts über die Version.
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM oder mehr. Eine Box mit weniger spielt Video eine Stunde lang flüssig ab, aber nicht einen ganzen Tag.
  • Speicherplatz: Ein guter Player legt Medien auf dem Gerät ab, statt sie bei jedem Durchlauf neu zu streamen. Nur so spielt er offline weiter. Ihre größte Playlist muss also hineinpassen, mit Reserve.
  • Netzwerk: Ein Netzwerkkabel, wenn es sich verlegen lässt. Sonst 5-GHz-WLAN mit dem Access Point in Sichtweite des Bildschirms. Bandbreite braucht es vor allem beim ersten Laden, nicht den ganzen Tag, denn Medien werden einmal geladen und dann aus dem Cache gespielt.
  • Verhalten bei Stromausfall: Der Player soll starten, wenn der Strom zurückkommt, nicht erst auf Knopfdruck. Ein Bildschirm, der nicht von selbst wiederkommt, braucht jemanden mit Fernbedienung, und der ist um halb acht nie da.
  • Wärme: Eine Box hinter dem Fernseher läuft jede Stunde, die das Geschäft geöffnet hat, oft in einem warmen Raum. Lassen Sie ihr Luft und bauen Sie sie nicht in einen geschlossenen Schrank.
  • Video: Full HD reicht für die meisten Räume. 4K kostet mehr Speicher, mehr Download und mehr Rechenleistung, und aus vier Metern sieht auf einem 55-Zoll-Bildschirm niemand den Unterschied.

Ein Wort noch zum Ton. Browser starten Videos stumm, bis jemand auf die Seite klickt. Die Android-App von SignageStack spielt Ton ohne diesen Klick ab. Das zählt, sobald ein Video mit Sprecher in der Playlist ist, etwa der Imagefilm im Autohaus.

Wovon Sie die Finger lassen sollten

  • Die billigste No-Name-Box: zu wenig Speicher für Video über den ganzen Tag und keine Möglichkeit, nach einem Stromausfall von selbst anzugehen.
  • Eine „Signage-Box“ zum dreifachen Preis desselben Chipsatzes.
  • Ein Player, der an die Software eines Anbieters gebunden ist oder zum Neuaufsetzen einen Techniker des Herstellers braucht. Die Box sollte jede einzelne Softwareentscheidung überdauern.
  • Eine Lizenz pro Gerät zusätzlich zur Software, die Sie ohnehin bezahlen.
  • 4K für Betrachter, die nie näher als vier Meter herankommen.
  • Ein privates Fenster oder Gastprofil im Browser für den Web-Player. Es verwirft beim Schließen den Cache, und dann spielt der Bildschirm offline nichts mehr ab.

Wo die Player von SignageStack hineinpassen

SignageStack hat einen einzigen Player, eine Webanwendung, und drei Wege, ihn zu betreiben.

Der Web-Player läuft in jeder aktuellen Version von Chrome, Edge, Safari oder Firefox. Auf dem Mac ist das der vorgesehene Weg, unter Windows der schnellste zum Ausprobieren: ein Browser im Vollbild oder Kiosk-Modus, der mit dem Rechner startet. Für einen Windows-PC, der einen Bildschirm ohne Aufsicht betreibt, passt die Windows-App besser. Die Seite zum Web-Player erklärt Kiosk-Schalter, Ton und die Einstellungen, damit der Browser keinem leeren Raum Fragen stellt.

Die Android-App ist eine dünne native Hülle um genau diesen Web-Player, für Android 8 oder neuer mit 2 GB RAM. Sie übernimmt, was ein Browser-Tab an der Wand nicht leisten kann:

  • Kiosk-Modus: Auf einer als Device Owner eingerichteten Box erzwingt Android die Sperre selbst. Auf einer gewöhnlichen Box nutzt die App stattdessen die Bildschirmfixierung, die sich mit der Fernbedienung verlassen lässt.
  • Startet von selbst beim Hochfahren und nach einem Stromausfall. Ein Wächterdienst holt den Player zurück, falls er verschwindet.
  • Holt eine eingefrorene Seite zurück: erst neu laden, dann neu aufbauen, dann die App neu starten und zuletzt eine Offline-Seite zeigen, die es weiter versucht.
  • Installiert Updates selbst: Jeder Download wird mit einem veröffentlichten SHA-256-Hash abgeglichen. Wo Android es zulässt, geschieht das im Hintergrund, sonst fragt der Bildschirm die Person, die gerade davorsteht.

Die Windows-App ist dieselbe Art Hülle für PCs mit Windows 10 und 11. Sie hält den Bildschirm über anderen Fenstern und blendet die Taskleiste aus, startet mit der Windows-Anmeldung über ein Überwachungsprogramm, das Windows am Laufen hält, lädt die Seite nach einem Absturz in etwa einer Sekunde neu, zeigt eine Offline-Seite, die es immer wieder versucht, wenn die Seite nicht lädt, und installiert signierte Updates, die zur vorherigen Version zurückkehren, wenn eine Version nicht fehlerfrei startet. Die Windows-Downloadseite hat den Installer und die Einstellungen für einen PC, an dem niemand sitzt.

Gekoppelt wird bei allen dreien gleich. Der Player zeigt einen sechsstelligen Code, Sie tippen ihn im Dashboard unter „Bildschirm hinzufügen“ ein, und danach ist der Code verbraucht. Alle drei speichern Playlist, Betriebszeiten und Medien auf dem Gerät. Ein Verbindungsabbruch verzögert also Änderungen, statt den Bildschirm schwarz zu schalten. Apps, die beim Abspielen Internet brauchen, etwa eine Webseite, YouTube oder ein Livestream, setzen aus, bis die Verbindung wieder steht.

Was wir getestet haben und was nicht, ohne Umschweife: Die Android-App wurde auf einem Android-TV-Gerät mit Android 14 von Anfang bis Ende durchgeprüft, die Windows-App auf einem PC mit Windows 11, und die Videowiedergabe des Players wurde im Browser eines LG-Fernsehers mit webOS gemessen. Das ist eine Ausgangsbasis, keine Zertifizierung aller Boxen auf dem Markt, und wir behaupten auch keine. Fire TV und Raspberry Pi haben wir nicht geprüft und freigegeben. Die APK und die Anforderungen finden Sie auf der Android-Downloadseite.

In fünf Minuten zum passenden Player

  1. Nur ausprobieren? Laptop an den Fernseher, Browser öffnen. Nichts zu kaufen.
  2. Läuft der Fernseher mit Android TV oder Google TV? Installieren Sie die APK direkt auf dem Fernseher.
  3. Ein anderer Fernseher oder ein Profi-Display ohne Android? Setzen Sie eine Android-TV-Box dahinter.
  4. Steht schon ein Rechner unter der Theke? Auf einem Windows-PC die Windows-App installieren, auf einem Mac den Web-Player im Kiosk-Modus mit dem Rechner starten.
  5. Zehn oder zwanzig Bildschirme geplant? Ein Box-Modell auswählen, in der Testphase prüfen und dann alle weiteren Boxen im selben Modell kaufen.

Die größere Anschaffung ist das Display. Soll es den ganzen Tag laufen, lesen Sie vor dem Kauf den Vergleich Profi-Display oder Fernseher und werfen Sie einen Blick auf die Größentabelle auf der Hardware-Seite.

So fangen Sie an

Öffnen Sie den Web-Player auf dem Gerät, das dem Bildschirm am nächsten steht, koppeln Sie ihn und spielen Sie Ihre echten Inhalte darauf ab, in der Bäckerei die Tagesangebote, in der Arztpraxis die Hinweise fürs Wartezimmer. Nach einem Nachmittag wissen Sie, was der Bildschirm zeigen soll und was der Player können muss. Die Testphase von SignageStack läuft 21 Tage mit allen Funktionen auf einem Bildschirm und ohne Kreditkarte. Das reicht, um die Box zu prüfen, die Sie kaufen wollen, bevor Sie zwanzig davon bestellen. Den Rest erklärt die Anleitung Digital Signage einrichten Schritt für Schritt.

Häufige Fragen

Nicht, wenn der Fernseher mit Android TV oder Google TV läuft: Dann lässt sich die SignageStack-APK direkt darauf installieren. Für Tizen und webOS gibt es keine SignageStack-App, dort gehört eine kleine Android-Box dahinter.

Eine brauchbare Android-TV-Box kostet typischerweise 40–120 €, ein vorhandener Rechner oder Browser nichts zusätzlich. SignageStack verkauft keine Hardware, und die Player sind im Preis pro Bildschirm enthalten, ohne Lizenz pro Gerät.

Viele betreiben darauf einen Browser im Kiosk-Modus, und der Web-Player von SignageStack läuft im Browser. Geprüft und freigegeben haben wir den Pi aber nicht, deshalb sagen wir den Betrieb nicht zu; eine Android-Box macht im Betrieb weniger Arbeit.

Nein. Playlist, Betriebszeiten und Medien liegen auf dem Gerät, er spielt also offline weiter und geht trotzdem pünktlich in den Standby und wieder an. Änderungen kommen an, sobald die Verbindung zurück ist, und Apps, die beim Abspielen Internet brauchen, setzen bis dahin aus.

Testen Sie es auf einem Bildschirm, den Sie schon haben

Einundzwanzig Tage mit allen Funktionen, auf einem Fernseher und einem Browser, die Sie bereits besitzen. Ohne Kreditkarte.