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Smart-TV für Digital Signage: wann der Fernseher allein reicht

Welcher Smart-TV Digital Signage allein abspielt, wann Samsung oder LG eine Android-Box brauchen und wo die Diashow vom USB-Stick an Grenzen stößt.

SignageStack8 Min. Lesezeit

Ein Smart-TV mit App-Übersicht auf einem weißen Sideboard
Foto von Oscar Nord auf Unsplash

Ob ein Smart-TV Digital Signage allein abspielen kann, entscheidet das Betriebssystem im Gerät, nicht das Logo auf dem Rahmen. Auf einem Fernseher mit Android TV oder Google TV läuft die Android-App von SignageStack, mehr braucht es nicht. Ein Samsung-Fernseher (Tizen) oder ein LG-Fernseher (webOS) kann das nicht. Sein eingebauter Browser öffnet zwar den Web-Player, holt ihn aber nach einem Stromausfall nicht zurück und hält ihn nicht im Kiosk-Modus. Für einen Bildschirm, um den sich im Alltag niemand kümmert, schließen Sie deshalb eine kleine Android-Box an einen HDMI-Eingang an.

Der USB-Stick mit einer Diashow ist der Weg, den viele zuerst ausprobieren. Er funktioniert für ein paar feste Bilder – und stößt an seine Grenze, sobald sich etwas ändern soll, ohne dass jemand zum Fernseher läuft.

Im Folgenden die Entscheidung der Reihe nach: erst herausfinden, was auf Ihrem Fernseher läuft, dann dem passenden Zweig folgen.

Welches System läuft auf Ihrem Smart-TV?

Der schnellste Test: Suchen Sie auf dem Startbildschirm nach dem Google Play Store. Ist er da, läuft Android TV oder Google TV. Ist er nicht da, finden Sie den Namen des Systems meist in den Einstellungen, je nach Hersteller unter „Info“, „System“ oder „Support“.

System des Fernsehers

Läuft SignageStack direkt darauf?

Was zu tun ist

Android TV oder Google TV

Ja

Android-App auf dem Fernseher installieren

Tizen (Samsung)

Nein, es gibt keine App

Android-Box anschließen; Browser nur zum Testen

webOS (LG)

Nein, es gibt keine App

Android-Box anschließen; Browser nur zum Testen

Fire-TV-Edition

Nicht geprüft und freigegeben

Für alles, was zuverlässig laufen soll: Android-Box

Eigenes System eines anderen Herstellers oder kein Smart-TV

Nein

Android-Box anschließen

Für Profi-Displays gilt dieselbe Regel. Viele professionelle Bildschirme laufen mit dem System ihres Herstellers: Samsungs QMC-Serie etwa nennt im Datenblatt Tizen und einen eigenen, eingebauten Samsung-Player. Auch so ein Display braucht eine Box. Ein Panel mit Android, das eine APK installieren kann, braucht keine.

Android TV und Google TV: die App direkt auf den Fernseher

Ein Fernseher mit Android ist sein eigener Signage-Player. Keine Box, kein zweites Netzteil, kein zusätzliches Kabel hinter dem Gerät, das beim Putzen herausgezogen wird.

So installieren Sie die App

  1. Laden Sie die APK auf der Android-Downloadseite herunter und kopieren Sie sie auf einen USB-Stick.
  2. Stecken Sie den Stick in den Fernseher und öffnen Sie die Datei mit einem Dateimanager. Hat der Fernseher keinen, installieren Sie vorher einen aus dem Play Store.
  3. Android fragt nach, bevor es eine App außerhalb des Play Store installiert. Erlauben Sie das für den Dateimanager, den Sie gerade benutzen. Wo diese Einstellung steckt, hängt vom Hersteller ab.
  4. Öffnen Sie SignageStack. Die App startet im Vollbild, zeigt einen sechsstelligen Code und erscheint in der App-Leiste des Fernsehers, sodass Sie sie mit der Fernbedienung wiederfinden.
  5. Wählen Sie im Dashboard „Bildschirm hinzufügen“, tippen Sie den Code ein, geben Sie dem Bildschirm einen Namen und weisen Sie ihm eine Playlist zu. Der Code gilt nur einmal und verfällt danach.

Reicht die Leistung des Fernsehers?

Die App braucht Android 8 oder neuer und mindestens 2 GB RAM – auf dem Fernseher genauso wie auf einer Box. Nicht jedes günstige Gerät erfüllt das. Ein Fernseher, der den ganzen Tag mit Videos kämpft, ist ein schlechterer Player als eine Android-Box, die typischerweise 40–120 € kostet.

Was Sie bekommen – und was nicht

  • Die App startet mit dem Fernseher. Sie öffnet sich beim Hochfahren, nach einem Stromausfall und nach ihren eigenen Updates. Ein Wächterdienst startet den Player neu, falls er verschwindet. Hängt die Seite, wird sie neu geladen, dann neu aufgebaut, dann neu gestartet; hilft nichts davon, übernimmt eine Offline-Seite, die es weiter versucht.
  • Die Kiosk-Sperre ist wahrscheinlich nur eine Bildschirmfixierung. Die feste Sperre setzt voraus, dass das Gerät als Device Owner eingerichtet ist. Das geschieht direkt nach dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen, und viele Fernseher und Boxen können es überhaupt nicht. Der Android-Fernseher, auf dem wir die App von Anfang bis Ende durchgeprüft haben, lief ohne Device Owner. Ohne diese Einrichtung greift die App auf die Bildschirmfixierung zurück, die sich mit der Fernbedienung aufheben lässt. Hängt der Fernseher dort, wo Kundschaft hinkommt, gehört die Fernbedienung in die Schublade.
  • Updates fragen nach. Die App lädt neue Versionen selbst herunter und prüft jede gegen einen veröffentlichten SHA-256-Hash. Ohne Device Owner bittet sie die Person vor dem Bildschirm, die Installation zu bestätigen.
  • Aus heißt aus. Die App läuft im Fernseher. Schaltet ihn jemand mit der Fernbedienung in den Standby, schläft der Player mit. Auf unserem Testgerät hatte die App bei ausgeschaltetem Panel kein Netzwerk – nachts veröffentlichte Änderungen warten also, bis jemand den Fernseher wieder einschaltet.

Machen Sie den Stromausfall-Test

Die App startet, wenn der Fernseher startet. Ob der Fernseher nach einem Stromausfall startet, entscheidet er selbst: Manche gehen wieder an, andere bleiben im Standby und warten auf die Fernbedienung. Probieren Sie es aus, bevor Sie etwas an die Wand schrauben. Ziehen Sie bei laufendem Player den Stecker, warten Sie ein paar Sekunden und stecken Sie ihn wieder ein. Kommt Ihre Playlist zurück, sind Sie fertig. Bleibt der Bildschirm dunkel, suchen Sie im Menü nach einer Einstellung für das Einschaltverhalten. Gibt es keine, muss morgens jemand den Fernseher einschalten.

Samsung, LG und andere Smart-TVs: eine kleine Android-Box dazu

Für Samsungs Tizen und LGs webOS gibt es keine SignageStack-App. Diese Fernseher installieren Apps aus dem Store ihres Herstellers, und dort gibt es SignageStack nicht.

Reicht nicht der Browser des Fernsehers?

Zum Testen ja. Öffnen Sie den Web-Player im Browser des Fernsehers, koppeln Sie ihn mit dem sechsstelligen Code, und nach wenigen Minuten sehen Sie Ihre eigene Playlist auf Ihrem eigenen Bildschirm. Die Videowiedergabe des Players haben wir im Browser eines LG-Fernsehers mit webOS gemessen – sie läuft.

Was der Browser eines Fernsehers nicht leisten kann, ist ein Bildschirm, der ohne Aufsicht läuft:

  • Nach einem Stromausfall oder dem Ausschalten kehrt der Fernseher zum Startbildschirm oder zum letzten Eingang zurück, nicht zum Player. Jemand muss den Browser wieder öffnen.
  • Nichts hält die Seite im Kiosk-Modus. Einmal „Zurück“ oder „Home“ gedrückt, und die Playlist ist weg.
  • TV-Browser unterscheiden sich stark darin, wie sie Medien zwischenspeichern und das Display wach halten, und keinen davon haben wir geprüft und freigegeben. Die Offline-Wiedergabe, die wir für die Android-App zusagen, sagen wir für einen TV-Browser nicht zu.

Gut also, um herauszufinden, ob Ihnen das Produkt gefällt. Nicht für die Preistafel über der Theke der Bäckerei.

Die Box

Eine kleine Android-TV-Box macht jeden Fernseher mit HDMI-Eingang zum Player und bringt die Stärken der Android-App mit: automatischen Start, Wiederherstellung hängender Seiten und selbstständige Updates. Achten Sie auf Android 8 oder neuer, mindestens 2 GB RAM, möglichst einen LAN-Anschluss und ein Gerät, das nach einem Stromausfall von selbst wieder angeht. Der Ratgeber zur Android-Box für Digital Signage geht ins Detail: was sich lohnt und was nicht.

Drei Handgriffe bei der Einrichtung, die Ihnen später einen Besuch ersparen:

  • Die Box am eigenen Netzteil betreiben, nicht am USB-Anschluss des Fernsehers. Der schaltet im Standby womöglich ab und liefert unter Umständen nicht genug Strom für die Box.
  • Den Fernseher auf dem HDMI-Eingang der Box lassen und mit dem Stromausfall-Test prüfen, ob er dorthin zurückkehrt.
  • Die automatische Abschaltung ausschalten. Samsung beschreibt auf seiner Support-Seite, dass die Öko-Lösung den Fernseher ausschaltet, wenn längere Zeit keine Eingabe erfolgt – je nach Modell lässt sie sich etwa unter Einstellungen > Allgemein > Öko-Lösung > Automatisches Ausschalten abschalten. Ein Signage-Bildschirm bekommt nie eine Eingabe, also wird er ohne diese Änderung jeden Tag dunkel. Andere Hersteller haben dieselbe Funktion unter eigenem Namen.

Und Fire TV? Fire TV läuft mit Amazons eigener Android-Variante und kann eine APK installieren, aber wir haben es nicht geprüft und freigegeben und sagen den Betrieb deshalb nicht zu. Der Artikel über Digital Signage mit dem Fire TV Stick erklärt, wo es in der Praxis hakt.

Und die Diashow vom USB-Stick?

Fast jeder Smart-TV zeigt Fotos von einem USB-Stick, viele spielen auch Videos ab. Für ein Bild, das sich nie ändert, oder für einen Tag der offenen Tür reicht das.

Danach wird es schnell eng:

  • Für jede Änderung muss jemand hin. Neuer Preis, neues Angebot, ein Tippfehler: Jemand kopiert Dateien auf den Stick, trägt ihn zum Fernseher und startet die Diashow neu.
  • Es gibt keinen Zeitplan. Die Diashow läuft nach Ladenschluss für den leeren Laden weiter, bis jemand daran denkt, den Fernseher auszuschalten.
  • Sie kommt nicht zurück. Ein normaler Fernseher startet die Diashow nach einem Stromausfall oder dem Ausschalten in der Regel nicht von selbst neu. Das muss jemand mit der Fernbedienung erledigen.
  • Die automatische Abschaltung greift trotzdem. Eine Diashow, die stundenlang niemand anfasst, ist genau das, worauf die Öko-Funktion wartet.
  • Niemand merkt, dass sie steht. Sie erfahren es, wenn ein Kunde es erwähnt.
  • Sie bekommen, was der Mediaplayer des Fernsehers erlaubt: seine Reihenfolge, seine Anzeigedauer, seine Übergänge.

Liegen Ihre Inhalte ohnehin als Folien vor, gibt es bessere Wege auf den Bildschirm. Die App PDF blättert die Seiten eines PDFs selbstständig durch und läuft auch offline. Die App Google Präsentationen zeigt eine private Präsentation und aktualisiert den Bildschirm, sobald Sie sie bearbeiten. Folien, die in Google Präsentationen als „Folie überspringen“ markiert sind, lässt sie aus, so wie beim Vortragen; so zeigen Sie auch nur einen Teil einer Präsentation. Der Ratgeber Google Slides auf dem Fernseher anzeigen vergleicht alle Varianten, auch Casting und den Laptop am HDMI-Kabel.

Smart-TV und Digital Signage: die Entscheidung in fünf Fragen

  1. Geht es um einen Test oder um einen Bildschirm, der jeden Tag laufen soll? Für einen Test öffnen Sie den Web-Player im Browser des Fernsehers oder auf einem Laptop am HDMI-Eingang. Den Rest entscheiden Sie später.
  2. Hat der Fernseher den Play Store? Dann läuft Android TV oder Google TV. App installieren, auf Android 8 und 2 GB RAM prüfen, Stromausfall-Test machen.
  3. Läuft Tizen, webOS, Fire OS oder etwas anderes? Eine kleine Android-Box dahinter, die Box am eigenen Netzteil, die automatische Abschaltung aus.
  4. Geht der Fernseher nach einem Stromausfall von selbst wieder an? Wenn nicht und keine Einstellung hilft, muss ihn morgens jemand einschalten – oder der Bildschirm braucht ein Display, das selbst startet.
  5. Läuft er von Ladenöffnung bis Ladenschluss, hängt er im Schaufenster oder im Hochformat? Dann ist der Bildschirm die Frage, nicht die Software. Ein normaler Fernseher ist für ein paar Stunden am Tag gebaut; der Vergleich Profi-Display oder Fernseher zeigt, wo die Grenze liegt.

So fangen Sie an

Beginnen Sie mit dem Fernseher, den Sie schon haben. Öffnen Sie den Web-Player in seinem Browser oder auf einem Laptop am HDMI-Kabel, koppeln Sie ihn und spielen Sie eine echte Playlist darauf ab. Gefällt Ihnen, was Sie sehen, installieren Sie die App auf einem Android-Fernseher – oder kaufen Sie für einen Samsung oder LG eine einzige Android-Box und testen Sie diese, bevor Sie für jede Wand bestellen. Die Hardware-Seite zeigt, worauf es ankommt, und die Testphase von SignageStack läuft 21 Tage mit allen Funktionen, ohne Kreditkarte.

Häufige Fragen

Mit SignageStack nicht, denn für Samsungs Tizen gibt es keine App. Der Browser des Fernsehers öffnet den Web-Player zum Testen; für einen Bildschirm ohne Aufsicht gehört eine kleine Android-Box an den HDMI-Eingang.

Nein, sofern er Android 8 oder neuer und mindestens 2 GB RAM hat. Installieren Sie die SignageStack-APK direkt auf dem Fernseher und prüfen Sie, ob er nach einem Stromausfall von selbst wieder angeht.

Meist steckt eine Energiesparfunktion dahinter, die den Fernseher nach einigen Stunden ohne Tastendruck abschaltet. Suchen Sie in den Energie- oder Öko-Einstellungen nach der automatischen Abschaltung und deaktivieren Sie sie.

Mit der Android-App auf einem Android-Fernseher oder einer Box ja: Playlist, Betriebszeiten und Medien liegen auf dem Gerät. Apps, die eine Live-Verbindung brauchen, etwa eine Webseite oder YouTube, werden übersprungen, bis das Netz zurück ist.

Testen Sie es auf einem Bildschirm, den Sie schon haben

Einundzwanzig Tage mit allen Funktionen, auf einem Fernseher und einem Browser, die Sie bereits besitzen. Ohne Kreditkarte.