Für Digital Signage taugt jede Android-Box mit Android 8 oder neuer, mindestens 2 GB RAM, HDMI-Ausgang und Netzwerkbuchse, sofern sie sich nach einem Stromausfall selbst wieder einschaltet. Gerade dieser letzte Punkt fehlt in vielen Produktbeschreibungen, und gerade er zählt an der Wand am meisten. Eine Box, die das kann, kostet typischerweise 40–120 €. Für ein „Signage“-Etikett müssen Sie nicht mehr bezahlen.
Die eigentliche Arbeit besteht darin, die billigen Boxen zu meiden, die langsam versagen, zu verstehen, was der Kiosk-Modus sperrt und was nicht, und eine Box gründlich zu prüfen, bevor Sie die übrigen neunzehn kaufen. Wir verkaufen keine Hardware und empfehlen keine bestimmten Modelle, weil wir nicht genug davon getestet haben, um für eines geradezustehen. Was Sie selbst prüfen sollten, steht hier.
Warum die Android-Box die übliche Wahl ist
Sie ist klein genug, um hinter dem Bildschirm zu verschwinden, und günstig genug, um eine Ersatzbox in die Schublade zu legen. Jeder Elektronikmarkt führt sie. Ein Austausch ist also eine Sache von einem Nachmittag, kein Support-Ticket.
Außerdem trennt sie den Player vom Display. Egal, was auf dem Fernseher läuft, ob Tizen, webOS oder gar kein Smart-TV-System: Die Box bringt ihr eigenes Android mit. Und Android erlaubt einer App, was ein Infobildschirm braucht: mit dem Gerät starten, im Vollbild bleiben, eigene Updates installieren. Ein Browser-Tab auf dem Fernseher schafft nichts davon allein.
Worauf Sie bei einer Android-Box für Digital Signage achten sollten
Android 8 oder neuer
Die SignageStack-App braucht Android 8.0 oder neuer. „Android TV“ im Produktnamen verrät die Geräteart, nicht die Version. Prüfen Sie die Version unter Einstellungen → Info direkt auf der Box, sobald sie da ist, und zwar solange Sie sie noch zurückschicken können.
2 GB RAM oder mehr
Beim Arbeitsspeicher sparen die billigsten Boxen. Mit zu wenig davon läuft das Video in der Vorführschleife im Laden flüssig, aber nicht einen ganzen Tag lang an Ihrer Wand. Betrachten Sie 2 GB als Untergrenze. Mehr schadet nicht, aber eine Box mit 4 GB zeigt eine Speisekarte nicht doppelt so gut.
Speicherplatz mit Reserve
Der Player lädt Medien einmal herunter und behält sie auf der Box. Deshalb spielt er offline weiter, und deshalb wird ein großes Video nicht bei jedem Durchlauf neu geladen. Ihre größte Playlist muss also auf die Box passen, mit Platz für die Android-Updates. Besteht Ihr Inhalt vor allem aus Video, zählt der freie Speicher nach der Einrichtung, nicht die Zahl auf der Verpackung.
Netzwerkkabel
Die Box sitzt hinter einem Fernseher mit Metallrückwand, oft neben Kühlschrank, Kaffeemaschine oder einem vollen Warenregal. WLAN funktioniert gut, bis an einem Samstag der Laden voll ist oder jemand den Access Point umstellt. Eine Netzwerkbuchse und ein verlegtes Kabel sind die günstigste Art, Zuverlässigkeit zu kaufen. Muss es WLAN sein, dann 5 GHz, mit dem Access Point in Sichtweite des Bildschirms. Die nötige Bandbreite ist bescheiden, denn Medien werden einmal geladen und danach aus dem Cache gespielt.
Automatisches Einschalten nach einem Stromausfall
Diesen Punkt sollten Sie selbst testen, weil viele Produktbeschreibungen ihn nicht erwähnen. Kommt der Strom zurück, soll die Box von selbst hochfahren und der Player ohne Griff zur Fernbedienung starten. Manche Boxen gehen stattdessen in den Standby und warten auf einen Knopfdruck.
Denken Sie auch an das Display. Eine Box, die tadellos hochfährt, während der Fernseher aus bleibt, ergibt trotzdem einen schwarzen Bildschirm. Suchen Sie in den Menüs des Displays nach einer Einstellung wie „Auto Power On“ oder „Einschalten nach Stromausfall“ und testen Sie auch diese.
Kühlung
Digital Signage ist eine leichte Aufgabe, die sehr lange läuft, oft in einem warmen Raum und oft direkt an der Rückseite eines Fernsehers. Lassen Sie der Box Luft und bauen Sie sie nicht in einen geschlossenen Schrank. Fassen Sie sie nach einem vollen Betriebstag dort an, wo sie später montiert ist. Ist sie zu heiß, um sie bequem zu halten, wird es im August nicht besser.
Was kaum eine Rolle spielt
- 4K-Ausgang, wenn niemand näher als etwa vier Meter herankommt. Full HD reicht für die meisten Räume.
- Google Play. Die SignageStack-App ist eine signierte APK, die Sie von unserer Website herunterladen, nicht aus einem Store. Die Box muss also die Installation einer APK zulassen, nicht einen bestimmten App-Store mitbringen.
- Mitgelieferte Extras wie Mediacenter, Spiele-Oberflächen oder Fernbedienungs-Apps fürs Handy.
- Eine „Signage-Box“ zum dreifachen Preis desselben Chipsatzes.
Und eines sollten Sie ganz meiden: Geräte, die zum Neuaufsetzen einen Techniker des Herstellers brauchen. Sie wollen eine Box, die Sie selbst zurücksetzen und einrichten können.
Kiosk-Modus auf der Android-Box: Device Owner oder Bildschirmfixierung
„Kiosk-Modus“ heißt: Der Bildschirm zeigt den Player und sonst nichts. Keine Statusleiste, kein Startbildschirm, kein versehentlicher Ausweg. Android kennt davon zwei sehr unterschiedliche Varianten, die gern verwechselt werden.
Bildschirmfixierung
Die Bildschirmfixierung (englisch „Screen Pinning“) ist in Android eingebaut und braucht keine Einrichtung. Die App belegt den Bildschirm und blendet die Systemleisten aus. Aber, so formuliert es Androids eigene Entwicklerdokumentation, bei der Fixierung kann die Person am Gerät den Modus jederzeit verlassen. Bei einer TV-Box heißt das: eine Tastenkombination auf der Fernbedienung. Für eine Box hinter dem Fernseher, deren Fernbedienung in der Schublade liegt, reicht die Fixierung in der Regel, denn dort drückt niemand etwas.
Device Owner
Device Owner ist eine Rolle, die Sie bei der Ersteinrichtung einer einzigen App geben. Die App übernimmt die Verwaltung des Geräts, und Android selbst erzwingt die Sperre: Die Tasten für Startbildschirm und zuletzt genutzte Apps bewirken nichts, die Statusleiste bleibt leer, und keine Tastenkombination führt hinaus. Dazu kommt ein zweiter Vorteil: Die SignageStack-App kann ihre Updates dann ohne Rückfrage installieren, ohne dass jemand davorstehen und bestätigen muss.
Der Haken: Die Einrichtung geschieht einmalig, auf einer frisch zurückgesetzten Box, bevor irgendein Konto hinzugefügt wird. Nachträglich per Menü einschalten lässt sie sich nicht. Wir begleiten Sie dabei; melden Sie sich einfach, wenn Sie eine Box einrichten wollen.
Manche Boxen können gar nicht Device Owner werden
Device Owner setzt einen Teil von Android voraus, den manche Hersteller weglassen. Auf einer solchen Box ist die Bildschirmfixierung die stärkste Sperre, und daran ändert keine Einstellung etwas. Brauchen Sie die harte Sperre für eine ganze Flotte, prüfen Sie das Modell, bevor Sie in größerer Stückzahl kaufen. Wer sich bei Ihnen um die IT kümmert, erledigt das in einer Minute per adb: adb shell pm list features ausführen, und fehlt android.software.device_admin in der Liste, kann diese Box nie Device Owner werden.
Welche Variante brauchen Sie?
- Box hinter dem Fernseher, außer Reichweite: Die Bildschirmfixierung genügt.
- Bildschirm in Reichweite von Kunden oder Besuchern: ein Tablet auf der Theke, eine Box im offenen Regal mit der Fernbedienung daneben, ein Schulflur. Hier lohnt sich Device Owner.
- Eine Flotte, bei der jeder Weg zum Bildschirm echte Arbeitszeit kostet: Device Owner, wegen der Updates ohne Rückfrage mindestens so sehr wie wegen der Sperre.
Was die SignageStack-App auf der Box übernimmt
Die APK ist eine dünne native Hülle um denselben Web-Player, den jeder SignageStack-Bildschirm ausführt. Auf der Box ergänzt sie, was ein Browser-Tab nicht leisten kann:
- Sie startet beim Hochfahren und nach einem Stromausfall, und ein Wächterdienst holt den Player zurück, falls er verschwindet.
- Sie überwacht die Seite. Friert sie ein, lädt die App sie neu, baut sie dann neu auf, startet sich danach selbst neu und zeigt zuletzt eine Offline-Seite, die es weiter versucht.
- Sie aktualisiert sich aus unserem Release-Kanal und gleicht jeden Download vor der Installation mit einem veröffentlichten SHA-256-Hash ab.
- Sie hält Playlist, Betriebszeiten und Medien auf der Box. Ein Verbindungsabbruch verzögert Änderungen, statt den Bildschirm schwarz zu schalten.
APK und vollständige Anforderungen finden Sie auf der Android-Downloadseite.
Eine Box testen, bevor Sie zwanzig kaufen
Kiosk-Modus, Autostart und Installation ohne Rückfrage hängen an Teilen von Android, die Hersteller verändern. Dieselbe App kann sich auf zwei Boxen mit gleicher Android-Version unterschiedlich verhalten. Wir haben die Android-App von SignageStack auf einem Android-TV-Gerät mit Android 14 von Anfang bis Ende durchgeprüft. Das ist eine Ausgangsbasis, kein Zertifikat für jede Box im Handel. Testen Sie also das Modell, das Sie kaufen wollen, in Ihrem eigenen Netz und mit Ihren eigenen Inhalten. Den größten Teil der Zeit warten Sie nur:
- Installieren und koppeln. APK installieren, öffnen und den sechsstelligen Code im Dashboard unter „Bildschirm hinzufügen“ eintippen. Die Anleitung Digital Signage einrichten erklärt das Schritt für Schritt.
- Echte Inhalte verwenden. Eine Playlist mit Ihren tatsächlichen Videos und mindestens einer App, nicht ein einzelnes Testbild.
- Stecker ziehen. Während Inhalte laufen, den Stromstecker ziehen, wieder einstecken und nichts anfassen. Die Inhalte sollen von selbst zurückkommen. Landen Sie auf einem Startbildschirm oder vor einer Standby-Leuchte, haben Sie Ihre Antwort.
- Netzwerk trennen. Netzwerkkabel ziehen oder WLAN abschalten. Der Bildschirm soll weiterspielen. Veröffentlichen Sie in dieser Zeit eine Änderung, verbinden Sie wieder und sehen Sie zu, wie sie ankommt.
- Kiosk-Modus prüfen. Nehmen Sie die Fernbedienung und versuchen Sie, den Player so zu verlassen, wie es ein gelangweilter Kunde im Wartebereich des Autohauses täte. Kommen Sie mit einer Tastenkombination heraus, läuft die Box mit Bildschirmfixierung.
- Laufen lassen. Ein paar Tage, einschließlich Nächten und einem Wochenende. Schauen Sie jeden Morgen im Dashboard nach, wann sich der Bildschirm zuletzt gemeldet hat und welche Player-Version darauf läuft.
- Anfassen. Prüfen Sie nach einem vollen Tag, wie warm die Box am späteren Montageort wird.
Besteht sie, kaufen Sie die übrigen Boxen im selben Modell beim selben Händler, und zwar bald. Boxen, die unter demselben Namen verkauft werden, ändern sich zwischen zwei Lieferungen manchmal im Inneren. Sieht eine spätere Lieferung anders aus oder verhält sich anders, testen Sie wieder eine, bevor sie an die Wand kommt.
So fangen Sie an
Haben Sie noch keine Box, fangen Sie ohne an. Öffnen Sie den Web-Player im Browser eines Laptops, der am Fernseher hängt, koppeln Sie ihn und erstellen Sie die Playlist. Kaufen Sie dann eine Box, prüfen Sie sie in der 21-tägigen Testphase wie oben beschrieben und bestellen Sie erst danach den Rest.
Die anderen Wege, einen Bildschirm zu betreiben, einschließlich eines Fernsehers mit eingebautem Android TV, der die Box überflüssig macht, beschreibt unser Überblick zum Digital-Signage-Player. Falls Sie stattdessen an einen Stick von Amazon gedacht haben: Warum wir dessen Betrieb nicht zusagen, steht im Artikel Digital Signage mit dem Fire TV Stick. Und die Hardware-Seite hat die Tabelle für die passende Bildschirmgröße.