Ein Windows-PC hinter einem Bildschirm hat eine Aufgabe, für die kein Büro-PC eingerichtet ist: Er muss sich einschalten, anmelden und abspielen, ohne dass jemand davorsitzt, nach jedem Neustart und jedem Stromausfall. Unser Digital Signage Player für Windows kümmert sich um den Bildschirm, sobald Windows läuft. Dieser Ratgeber behandelt den Rest: den PC, das Konto, die Windows- und BIOS-Einstellungen, die ihn von selbst so weit bringen, die Installation auf einem oder vielen PCs, den Weg der Updates und den Zugang zum PC, wenn Sie ihn brauchen.
Alles hier gilt für Windows 10 und 11. Die Windows-Einstellungen gehören zu Windows selbst und helfen deshalb jeder Software auf dem PC; die Schritte zu Installation und Updates betreffen die SignageStack-App.
Was die App schon selbst erledigt
Die App ist eine schlanke native Hülle um denselben Web-Player, den jeder SignageStack-Bildschirm ausführt. Sobald Windows angemeldet ist, öffnet sie sich im Vollbild und hält den Bildschirm über anderen Fenstern und der Taskleiste, startet sich neu, wenn sie abstürzt oder hängt, spielt bei einem Verbindungsabbruch aus dem Speicher des PCs weiter und schaltet für ihr Konto Benachrichtigungen, Akkuwarnungen und die Willkommensseiten nach Updates ab. Die Windows-Downloadseite erklärt jeden dieser Punkte.
Was die App nicht kann: den PC einschalten oder Windows anmelden. Das ist Sache des PCs, und dort beginnt die Einrichtung.
Welcher PC sich eignet
Die meisten Büro-PCs und Mini-PCs schaffen das mühelos:
- Windows 10 oder Windows 11, 64 Bit
- Microsoft WebView2, in Windows 11 enthalten, unter Windows 10 lädt der Installer es nach
- Eine HDMI- oder DisplayPort-Verbindung zum Bildschirm
- Kabel-Ethernet, wo es geht, 5-GHz-WLAN, wo nicht
- Ausgehendes HTTPS ins Internet; keine offenen Ports und kein VPN
Üblich ist ein kleiner, leiser oder lüfterloser Mini-PC hinter dem Display. Wichtiger als der Prozessor sind die unten beschriebene Einschalt-Einstellung und genug freier Speicher für Ihre größte Playlist, denn die Medien liegen auf dem PC, damit er auch offline abspielen kann.
Ein eigenes Konto für den Bildschirm
Die App installiert sich für das Windows-Konto, das den Installer ausführt, startet, wenn sich dieses Konto anmeldet, und schaltet Benachrichtigungen nur für dieses Konto stumm. Legen Sie also zuerst fest, mit welchem Konto sich der Bildschirm anmeldet, und installieren Sie, während Sie mit diesem Konto angemeldet sind.
Ein PC, auf dem nur der Player läuft, ist am einfachsten zu betreuen. Die App belegt den ganzen Bildschirm und bleibt im Vordergrund. Sie ist also nicht dafür gedacht, sich einen Arbeitsplatz-PC mit jemandem zu teilen.
Windows von selbst starten lassen
Die App startet mit der Windows-Anmeldung. Drei Einstellungen sorgen dafür, dass Windows nach einem Neustart oder Stromausfall von selbst so weit kommt:
- Automatisch anmelden. Führen Sie
netplwizaus und entfernen Sie das Häkchen bei „Benutzer müssen Benutzernamen und Kennwort eingeben“. Unter Windows 11 erscheint dieses Kästchen erst, wenn Sie unter Einstellungen → Konten → Anmeldeoptionen die Option abschalten, nur die Windows-Hello-Anmeldung zuzulassen. - Nie in den Energiesparmodus. Stellen Sie unter Einstellungen → System → Energie (unter Windows 10: Netzbetrieb und Energiesparen) Bildschirm und Energiesparmodus im Netzbetrieb auf „Nie“. Der Player hält den Bildschirm wach, solange er abspielt, aber ein PC, der vorher einschläft, kommt nie so weit.
- Nach einem Stromausfall einschalten. Aktivieren Sie im BIOS oder UEFI des PCs die Option für den Stromausfall. Sie heißt „Restore on AC power loss“, „AC power recovery“ oder ähnlich. Mit automatischer Anmeldung braucht der Bildschirm dann nur noch Strom.
Testen Sie das einmal, bevor Sie den PC montieren: Stecker ziehen, wieder einstecken und zusehen, wie der Player erscheint, ohne dass jemand die Tastatur berührt.
Installieren und koppeln
- Laden Sie den Installer auf dem PC von der Windows-Downloadseite herunter und starten Sie ihn. Er installiert für das angemeldete Konto und braucht keine Administratorrechte. Unter Windows 10 lädt er Microsofts WebView2-Laufzeit nach, falls der PC sie noch nicht hat.
- Hält Windows SmartScreen ihn an, wählen Sie Weitere Informationen und dann Trotzdem ausführen. Der Installer hat noch kein Microsoft-Codesignaturzertifikat, daher erkennt Windows den Herausgeber beim ersten Start nicht. Updates werden gesondert geprüft: Zu jeder Version gehört eine eigene Signaturdatei neben dem Installer, die unser Updater vor der Installation prüft.
- Der Player öffnet sich im Vollbild und zeigt einen sechsstelligen Kopplungscode. Von da an startet er von selbst, sobald Windows angemeldet ist.
- Koppeln Sie ihn im Dashboard. Öffnen Sie „Bildschirme“, wählen Sie „Bildschirm hinzufügen“ und geben Sie ihm einen Namen. Tippen Sie auf dem Tab „Gerät“ den Code ein, wählen Sie „Gerät koppeln“ und geben Sie dem Bildschirm etwas zum Abspielen.
Das Dashboard zeigt den Bildschirm als Windows-Gerät. Von dort aus können Sie ihn neu starten, einen Screenshot von dem machen, was er gerade zeigt, und Lautstärke, Ausrichtung und Betriebszeiten ändern wie bei jedem anderen Bildschirm.
Auf mehreren PCs installieren
Der Installer ist eine Datei, auf jedem PC dieselbe. Mit dem Schalter /S installiert er sich still, ohne Fenster und ohne Klicks, passend für ein Skript oder eine Remote-Sitzung. Führen Sie ihn unter dem Konto aus, mit dem sich der Bildschirm anmeldet, denn er installiert für dieses Konto; einen Administrator-Schritt müssen Sie nicht einplanen.
Öffnen müssen Sie den Player danach nicht. Etwa eine Minute nach der Installation startet er von selbst im Vollbild und zeigt seinen Kopplungscode. Dann koppeln Sie jeden Bildschirm im Dashboard mit dem Code, den er anzeigt.
Wie Updates ankommen
Die App aktualisiert sich selbst. Sie prüft unseren Release-Kanal, verifiziert die Signatur einer neuen Version und installiert sie für das Konto, unter dem sie läuft, ohne Administrator-Abfrage. Startet die neue Version nicht fehlerfrei, kehrt sie zur vorherigen zurück.
Sie wartet auf einen Moment, in dem eine Installation niemanden stört: den nächtlichen Neustart des Players (standardmäßig um 03:00 Uhr Ortszeit des Bildschirms), die Stunden außerhalb der Betriebszeiten oder den Kopplungsbildschirm eines PCs, der noch nicht gekoppelt ist. Auch ein Bildschirm, der nie dunkel wird, bekommt das Update, denn alle sechs Stunden installiert die App, was bereitliegt; der Bildschirm ist dann für einige Sekunden dunkel, während der Player neu startet.
Windows Update ist davon getrennt und startet den PC weiterhin neu, wenn Windows es für nötig hält. Mit automatischer Anmeldung ist der Player zurück, sobald Windows wieder läuft, und die Vollbildseiten, die Windows nach einem Update zeigt, erscheinen für das Konto des Players nicht.
Wenn Sie an den PC müssen
Wer den Bildschirm mit einer Tastatur betreut, hat zwei Wege:
- Das Servicemenü. Drücken Sie die Pfeiltaste nach oben. Das Menü zeigt die Windows-Version, das PC-Modell, den freien Speicher und ob automatische Wiederherstellung und Updates aktiv sind. Von dort aus können Sie nach einem Update suchen, die letzten Ereignisse lesen, den Player neu starten, ihn schließen oder ihn deaktivieren, damit der PC als anderer Bildschirm gekoppelt werden kann. Ihre Inhalte bleiben in jedem Fall im Dashboard.
- Die Tastenkombination zum Beenden. Strg+Alt+Umschalt+E fragt, ob der Player geschlossen werden soll.
Close Application bringt den PC mit Taskleiste zurück auf den Windows-Desktop, und der Player bleibt bis zur nächsten Anmeldung geschlossen oder bis jemand ihn wieder öffnet. So erreichen Sie die Windows-Einstellungen oder einen Netzwerkdialog, ohne gegen den Kiosk-Modus anzukämpfen.
Windows-App, Android-Box oder Browser?
Steht hinter dem Bildschirm schon ein Windows-PC, oder betreut Ihre IT Windows-Rechner, ist die App die naheliegende Wahl. Kaufen Sie Hardware für einen neuen Bildschirm, ist eine Android-TV-Box meist der günstigere Player; unser Ratgeber zur Wahl eines Digital-Signage-Players vergleicht die Möglichkeiten. Der Web-Player bleibt der Weg, SignageStack auf einem Mac auszuführen oder auf jedem Rechner im Browser auszuprobieren.
Alle drei führen denselben Player aus und werden gleich gekoppelt, eine gemischte Flotte ist also kein Problem: ein Dashboard, eine Playlist, und Windows-, Android- und Browser-Bildschirme nebeneinander. Den ganzen Weg von der leeren Wand zum laufenden Bildschirm beschreibt Digital Signage einrichten.