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Digital Signage mit dem Raspberry Pi: wann sich der Aufwand lohnt

Wann ein Raspberry Pi für Digital Signage taugt, was Netzteil, SD-Karte, Kühlung und Updates an Zeit kosten und was eine Android-Box anders macht.

SignageStack7 Min. Lesezeit

Ein Raspberry-Pi-Einplatinencomputer
Foto von Vishnu Mohanan auf Unsplash

Digital Signage mit dem Raspberry Pi funktioniert: Der Pi steuert einen Bildschirm über HDMI an, und ein Browser im Kiosk-Modus zeigt einen webbasierten Signage-Player oder eine selbst gebaute Seite. Sinnvoll ist das, wenn Sie gern mit Linux arbeiten, schon Pis und das Know-how zu ihrer Pflege haben oder etwas brauchen, das eine Signage-Box nicht kann – etwa auf einen Taster oder einen Sensor reagieren. Der Preis dafür ist Zeit: das richtige Netzteil, SD-Karten, Kühlung, System-Updates und niemand, den Sie anrufen können, wenn der Pi stehen bleibt.

Zu SignageStack ganz konkret: Unser Web-Player läuft im Browser, und Chromium auf dem Pi ist ein Browser – aber der Raspberry Pi ist keine qualifizierte Plattform. Wir haben ihn nicht getestet und sichern keine Unterstützung zu. Für einen Bildschirm, der im Laden oder am Empfang ohne Aufsicht laufen soll, macht eine kleine Android-Box mit der SignageStack-App weniger Arbeit.

Was ein Raspberry Pi als Signage-Player eigentlich ist

Ein Raspberry Pi ist ein kleiner Linux-Rechner auf einer einzigen Platine. Für Digital Signage wird er meist auf eine von drei Arten eingerichtet:

  • Ein Browser im Kiosk-Modus. Der Pi fährt hoch, meldet sich an und öffnet einen Browser im Vollbild auf genau einer Adresse: einem webbasierten Signage-Player, einem Dashboard oder einer Seite auf Ihrem eigenen Server. Das ist der einfachste Weg, und Raspberry Pi beschreibt ihn selbst in einer Kiosk-Anleitung mit Chromium unter Raspberry Pi OS.
  • Ein fertiges Signage-Image. Open-Source-Projekte und einige kommerzielle Anbieter liefern ein vorbereitetes Systemabbild für den Pi, mit eigenem Player und eigener Verwaltung.
  • Ein Video in Dauerschleife. Eine Datei, immer wieder. Für den Messestand in Ordnung, für alles, was sich ändert, nicht.

Im Rest dieses Artikels geht es um die erste Variante, denn dort würde der Web-Player von SignageStack laufen.

Wann ein Raspberry Pi für Digital Signage sinnvoll ist

  • Sie bauen gern selbst. Autostart einrichten, den Mauszeiger verstecken, ein Neustart-Skript schreiben – das ist für Sie Vergnügen, keine Last.
  • Sie betreiben schon Pis. Sie haben Ersatzgeräte, Fernzugriff und eine Routine für Updates. Auf einen mehr kommt es nicht an.
  • Der Bildschirm soll auf die Umgebung reagieren. Ein Pi hat Pins für Taster, Sensoren und Relais. Ein Bildschirm, der umschaltet, wenn jemand einen Knopf drückt, oder einen Messwert aus dem Raum zeigt – Mit eigener Software kann ein Pi das gut.
  • Ausfälle kosten nichts. Ein Dashboard in der Werkstatt, ein Bildschirm im Makerspace, das Projekt der Informatik-AG. Bleibt er einen Tag dunkel, entgeht niemandem ein Verkauf.

Trifft nichts davon zu und hängt der Bildschirm über der Theke oder im Wartezimmer einer Praxis, spricht der Zeitaufwand, den die folgenden Abschnitte beschreiben, für die Box.

Was ein Pi an Zeit kostet

Die Platine ist der günstige Teil. Die Abende gehen für Folgendes drauf.

Das Netzteil

Ein Raspberry Pi 5 braucht 5 V bei 5 A, also das offizielle 27-W-USB-C-Netzteil; ein Pi 4 braucht 5 V bei 3 A, ein 15-W-Netzteil – so steht es in der offiziellen Einstiegsanleitung. Ein Handy-Ladegerät, das in die Buchse passt, liefert das nicht unbedingt. Kaufen Sie das offizielle Netzteil und versorgen Sie den Pi nicht über den USB-Anschluss des Fernsehers.

Die gute Nachricht: Ein Pi fährt hoch, sobald der Strom zurück ist, ohne Knopfdruck. Ob der Browser mit hochkommt, hängt davon ab, wie Sie automatische Anmeldung und Autostart eingerichtet haben.

Die SD-Karte

Raspberry Pi OS läuft von einer microSD-Karte, und dieselbe Anleitung empfiehlt für die Desktop-Version, die ein Kiosk-Browser braucht, mindestens 32 GB. Eine Karte, auf die den ganzen Tag geschrieben wird und die mitten im Schreiben den Strom verliert, kann beschädigt werden – und ein Laden, in dem ab und zu die Sicherung fliegt, ist genau der Ort dafür. Nehmen Sie eine gute Karte, halten Sie eine zweite fertig bespielt in der Schublade bereit, oder starten Sie von einer USB-SSD. Beim Pi 5 geht auch eine NVMe-SSD über den PCIe-Anschluss, allerdings nur mit einer separaten M.2-Zusatzplatine, wie die Produktseite vermerkt.

Wärme

Hinter einem Fernseher in einem warmen Raum wird ein Pi ohne Kühlung heiß. Laut Raspberry-Pi-Dokumentation drosselt jedes Modell seinen Prozessor schrittweise, sobald der Kern 80 bis 85 °C erreicht – und ein gedrosselter Pi kann bei Videos ruckeln. Nehmen Sie ein Gehäuse mit wirksamer Kühlung, beim Pi 5 den Active Cooler oder ein Gehäuse mit Lüfter.

Updates

Raspberry Pi OS und sein Browser werden über die Paketverwaltung aktualisiert. Jemand muss diese Updates einspielen oder sie planen und danach prüfen, ob noch alles läuft. Updates verändern auch den Desktop: Die offizielle Kiosk-Anleitung richtet den Autostart inzwischen über labwc ein, den Fenstermanager des aktuellen Raspberry Pi OS. Viele ältere Anleitungen im Netz beschreiben Dateien, die eine frische Installation gar nicht mehr liest. Wer beim ersten Mal einer veralteten folgt, verliert leicht einen Abend.

Die Kleinigkeiten, die sich summieren

  • Bildschirmabschaltung. Ein Desktop schaltet den Bildschirm ab, wenn niemand die Maus bewegt. Deaktivieren Sie „Screen Blanking“ im Konfigurationswerkzeug von Raspberry Pi oder in raspi-config unter „Display Options“.
  • Pop-ups und Startbildschirme. Die Parameter aus der offiziellen Anleitung unterdrücken Fehlerdialoge, Infoleisten und den Erststart-Bildschirm von Chromium. Die Anleitung rät außerdem, eine USB-Maus bereitzuhalten, um Cookie-Banner wegzuklicken, bevor Tastatur und Maus abgezogen werden. Der Mauszeiger ist eine eigene Baustelle.
  • Ton. Browser spielen Videos nur stumm ab, solange niemand die Seite angeklickt hat. Für einen Bildschirm ohne Bedienung lässt Chromium den Ton per Startparameter zu.
  • Das Kabel. Pi 4 und Pi 5 haben Micro-HDMI-Buchsen, Sie brauchen also das passende Kabel oder einen Adapter.

Niemand, den Sie anrufen können

Steht ein selbst gebauter Pi still, gibt es keinen Hersteller-Support. Steht er in einer Filiale am anderen Ende der Stadt, brauchen Sie einen Zugang: SSH, VPN oder ein Fernwartungswerkzeug, eingerichtet, bevor etwas kaputtgeht, und durch einen Router, den Sie vielleicht nicht selbst verwalten. Die Alternative ist eine Autofahrt.

Der SignageStack-Web-Player auf dem Pi

Was wir sagen können und was nicht.

Was wir sagen können. Der Web-Player läuft in jedem aktuellen Chrome, Edge, Safari oder Firefox. Chromium, der Browser von Raspberry Pi OS, ist die Open-Source-Basis von Chrome. Sie öffnen player.signagestack.com, der Player zeigt einen sechsstelligen Code, und Sie tippen ihn im Dashboard unter „Bildschirm hinzufügen“ ein. Nach der Kopplung steht in der Adresszeile der eigene Link dieses Bildschirms. Genau diesen Link sollte ein Kiosk-Befehl öffnen.

Was wir nicht sagen können. Wir haben den Raspberry Pi nicht qualifiziert. Wir haben weder die Videowiedergabe auf einem Pi gemessen noch, wie sich der Offline-Cache auf einer SD-Karte verhält oder ob der Bildschirm nach einem Stromausfall zurückkommt. Ein gekoppelter Bildschirm meldet Status, letzte Verbindung und Plattform an das Dashboard, Sie würden also sehen, wenn er sich nicht mehr meldet – den Pi reparieren müssen Sie aber selbst. Die Android-App von SignageStack läuft nicht unter Raspberry Pi OS, denn sie ist eine Android-App. Inoffizielle Android-Versionen für den Pi gibt es; wir haben die App darauf nicht getestet und würden uns bei keinem Bildschirm darauf verlassen.

Wenn Sie es trotzdem probieren möchten: Die Zeile in der labwc-Autostart-Datei aus der offiziellen Anleitung sieht so aus, mit der gespeicherten Adresse Ihres Bildschirms anstelle des Platzhalters:

```
chromium <gespeicherte Adresse Ihres Bildschirms> --kiosk --noerrdialogs --disable-infobars --no-first-run --autoplay-policy=no-user-gesture-required &
```

Die ersten Parameter stammen aus der Anleitung von Raspberry Pi; den Autoplay-Parameter nennt unsere Seite zum Browser-Player für Chrome. Verwenden Sie ein normales Browserprofil, kein privates Fenster, sonst wird der Cache, der den Bildschirm offline weiterspielen lässt, bei jedem Neustart verworfen. Probieren Sie es an einem Bildschirm, bevor Sie Größeres planen.

Raspberry Pi oder Android-Box: der Gesamtaufwand

Raspberry Pi mit Kiosk-Browser

Android-Box mit SignageStack-App

Was Sie kaufen

Platine, Netzteil, Gehäuse mit Kühlung, SD-Karte oder SSD, Micro-HDMI-Kabel

Eine Box, meist mit Netzteil und HDMI-Kabel

Einrichtung

System aufspielen, automatische Anmeldung, Kiosk-Autostart, Bildschirmabschaltung, Fernzugriff

APK installieren, öffnen, sechsstelligen Code eintippen

Nach einem Stromausfall

Fährt mit dem Strom hoch; der Browser kommt zurück, wenn Sie es eingerichtet haben

Die App startet beim Hochfahren, wenn die Box von selbst angeht

Eine hängende Seite

Ihr Skript oder ein Besuch

Neu laden, neu aufbauen, neu starten, dann eine Offline-Seite, die es weiter versucht

Kiosk-Sperre

Kiosk-Parameter des Browsers; mit Tastatur verlassbar

Von Android erzwungen (Device Owner), sonst Bildschirmfixierung

Updates

System und Browser, wenn Sie sie einspielen

Die App aktualisiert sich selbst, geprüft gegen einen SHA-256-Hash

Status bei SignageStack

Nicht qualifiziert

Unterstützt; Ihr Modell vorher testen

Eine Android-Box, die ihren Zweck erfüllt, kostet typischerweise zwischen 40 und 120 €. Rechnen Sie die Teile für den Pi zusammen, bevor Sie annehmen, er sei günstiger: Die Platine ist nur ein Teil der Rechnung, und die Zeit steht gar nicht darauf. Der Ratgeber zur Android-Box für Digital Signage erklärt, worauf Sie achten sollten, und der Artikel über Digital Signage Player vergleicht alle Varianten.

Dieselbe Abwägung gilt für andere günstige Wege. Ein Fire TV Stick ist ebenfalls nicht qualifiziert, und der Artikel über kostenlose Digital-Signage-Software zeigt, wo Eigenbau Geld spart und wo er welches kostet.

So fangen Sie an

Liegt bei Ihnen ein Pi in der Schublade und basteln Sie gern, nutzen Sie ihn zum Ausprobieren: Web-Player in Chromium öffnen, koppeln und noch heute Abend Ihre Inhalte auf einem Bildschirm sehen. Soll der Bildschirm über eine Theke oder an den Empfang, beginnen Sie mit der Android-App auf einer Box mit Android 8 und 2 GB RAM, und behalten Sie den Pi für die Werkstatt. Die Hardware-Seite listet, was Sie sonst noch prüfen sollten. Die Testphase von SignageStack läuft 21 Tage mit allen Funktionen und ohne Kreditkarte, auf dem Gerät, das Sie zuerst koppeln.

Häufige Fragen

Ja, für alle, die gern mit Linux arbeiten und ihn pflegen können, oder für einen Bildschirm, bei dem ein Tag Ausfall nichts kostet. Für einen Bildschirm über der Theke oder am Empfang macht eine kleine Android-Box mit unterstützter Signage-App weniger Arbeit.

Nein. Die Android-App läuft nicht unter Raspberry Pi OS, und der Web-Player läuft zwar im Browser, aber der Raspberry Pi ist keine qualifizierte Plattform – wir sichern die Unterstützung deshalb nicht zu.

Meist ist die Bildschirmabschaltung des Desktops aktiv. Deaktivieren Sie „Screen Blanking“ im Konfigurationswerkzeug oder in raspi-config unter „Display Options“. Schaltet sich der Fernseher selbst nach einigen Stunden ab, deaktivieren Sie auch seine automatische Abschaltung.

Das offizielle für Ihr Modell: Raspberry Pi nennt 5 V bei 5 A für den Pi 5 und 5 V bei 3 A für den Pi 4. Ein Handy-Ladegerät, das in die Buchse passt, liefert das nicht unbedingt, und ein unterversorgter Pi ist ein unzuverlässiger Bildschirm.

Testen Sie es auf einem Bildschirm, den Sie schon haben

Einundzwanzig Tage mit allen Funktionen, auf einem Fernseher und einem Browser, die Sie bereits besitzen. Ohne Kreditkarte.