Wer eine digitale Speisekarte gestalten will, gestaltet für Abstand und Zeit. Der Gast, der sich entscheidet, steht ein paar Meter entfernt in der Schlange und hat ein paar Sekunden. Daraus folgen die wichtigsten Regeln: Bildschirm und Schrift nach dem Ende der Schlange bemessen, eine Kategorie pro Seite zeigen, Preise in jeder Zeile an derselben Stelle halten, Fotos nur dort einsetzen, wo sie bei der Wahl helfen, und eine helle oder dunkle Tafel passend zum Raum wählen. Wenn das stimmt, ist die Schriftart fast nebensächlich.
Alles hier gilt für jede digitale Menütafel. Wo es hilft, steht dabei, wie es in der App Menütafel von SignageStack geht. Dort stellen elf Designs dieselben Einträge dar; ein anderer Look ist ein Klick und keine neu abgetippte Karte. Die Ratschläge lassen sich also ohne Aufwand am eigenen Bildschirm ausprobieren.
Digitale Speisekarte gestalten: vom Ende der Schlange aus denken
Beginnen Sie beim Leser, nicht beim Layout. Eine verbreitete Faustregel, die auch auf unserer Hardware-Seite steht: Bei einer Karte, die Zeile für Zeile gelesen wird, sollte der entfernteste Leser höchstens vier Bildschirmhöhen entfernt sein.
Für einen Bildschirm im Querformat heißt das:
- Ein 43-Zöller ist etwa 54 cm hoch und reicht damit bis rund 2,1 m Abstand.
- Ein 55-Zöller ist etwa 68 cm hoch: bis rund 2,7 m.
- Ein 65-Zöller ist etwa 81 cm hoch: bis rund 3,2 m.
Gemessen wird dort, wo die Entscheidung fällt – in der Regel am Ende der Schlange zur Stoßzeit, nicht an der Theke. Mehr zur Größe steht im Artikel über die richtige Bildschirmgröße. Im Hochformat greift die Regel weniger direkt, weil dann die Breite begrenzt, wie groß eine Zeile werden kann; hier hilft nur Ausprobieren vor Ort.
Passt die Rechnung nicht zu Ihrem Raum, gibt es drei Stellschrauben: ein größerer Bildschirm, ein Bildschirm näher an den Wartenden oder weniger Einträge pro Seite, damit jeder einzelne größer erscheint. In der App Menütafel steuert das Design diese letzte Stellschraube. Duo zeigt zwei Gerichte pro Seite im Plakatformat, Designs mit Fotos zeigen weniger Einträge pro Seite, und mit ausgeschaltetem „Show photos“ passen in denselben Designs wieder mehr darauf.
Der einzige verlässliche Test ist ein Mensch. Spielen Sie die Karte auf den Bildschirm, schicken Sie jemanden, der sie nicht kennt, ans Ende der Schlange und lassen Sie sich den Preis des dritten Eintrags jeder Seite vorlesen.
Eine klare Hierarchie
Der Blick des Gastes sollte in dieser Reihenfolge wandern: Kategorie, Name des Gerichts, Preis und nur bei Interesse die Beschreibung. Alles auf der Tafel dient dieser Reihenfolge.
- Kategorien zeigen, wo man ist: „Frühstück“, „Heißgetränke“, „Vom Grill“. Ein, höchstens zwei Wörter.
- Namen sind das Größte in jeder Zeile. Schreiben Sie sie so, wie bestellt wird: „Cappuccino“, „Currywurst Pommes“. Im Imbiss gehört die Nummer dazu, „12 Dönerteller“, weil an der Kasse genau das gesagt wird.
- Preise stehen direkt neben oder unter ihrem Eintrag, nie in einer getrennten Liste, die der Gast erst zuordnen muss.
- Beschreibungen sind optional und kurz. „Auch mit Hafermilch“ hilft bei der Wahl, ein Absatz über den Hof, von dem die Eier kommen, auf vier Meter Abstand nicht.
Farbe folgt derselben Logik. In der App Menütafel liegt Ihre Markenfarbe auf Überschriften und Preisen, den Rest bestimmt das Design. Das ist gewollt: Eine Akzentfarbe auf genau den zwei Dingen, nach denen Gäste suchen, liest sich besser als eine Tafel, auf der alles um Aufmerksamkeit kämpft.
Das Logo steht neben der Überschrift. Nutzen Sie die Überschrift für etwas Sinnvolles oder lassen Sie sie leer: „Unsere Karte“ sagt niemandem etwas, „Frühstück bis 11 Uhr“ schon.
Eine Kategorie pro Seite
Wer die ganze Karte auf einmal zeigen will, landet bei einer Schrift, die niemand lesen kann. Die App Menütafel zeigt eine Kategorie nach der anderen, auf so vielen Seiten wie nötig. Eine längere Karte ergibt mehr Seiten, nie kleinere Schrift.
Die gestalterische Arbeit steckt damit in der Einteilung der Kategorien:
- Ähnlich große Kategorien. Eine Seite mit drei Kuchen und danach vier Seiten Kaffee wirkt unausgewogen und lässt den Kaffeetrinker warten. Teilen Sie lange Kategorien: „Kaffeespezialitäten“ und „Tee & Kakao“ statt einmal „Getränke“.
- Die meistgefragte Kategorie zuerst. Diese Seite sehen die meisten Gäste, wenn sie aufschauen – in der Bäckerei morgens die Brötchen, nicht die Torten.
- Jeder Seite genug Zeit. Lesen Sie am Ende der Schlange eine Seite in Ruhe laut vor; so lange muss sie mindestens stehen. Bleibt „Seconds per page“ leer, teilt die Tafel die Zeit ihres Playlist-Eintrags gleichmäßig auf die Seiten auf. Setzen Sie den Wert selbst, muss der Playlist-Eintrag lang genug sein, damit jede Seite drankommt.
Dauert es trotzdem zu lange, bis die eigene Seite wiederkommt, hilft ein zweiter Bildschirm mehr als jede Designänderung: eine Karte für Getränke, eine für Speisen, nebeneinander.
Mit Fotos, ohne Fotos oder freigestellt
Fotos helfen, wenn ein Gericht unbekannt ist oder vom Aussehen lebt: Bowls, Burger, alles aus der Vitrine. Einer Kaffeekarte oder Getränkeliste bringen sie wenig. Entscheiden Sie pro Tafel, nicht pro Eintrag, damit keine Seite halb bebildert ist.
Wenn Fotos, dann einheitlich:
- Alle Gerichte an einem Termin fotografieren, mit gleichem Winkel, gleichem Teller und gleichem Licht. Tageslicht vom Fenster schlägt jeden Blitz.
- Fotografieren, was tatsächlich über die Theke geht. Ein Bild, das mehr verspricht als der Teller, wird zur Reklamation.
- Eng um das Essen zuschneiden. Leerer Rand um ein Gericht ist auf Bildschirmdistanz verschenkt.
Freigestellte Bilder sind ein eigener Look: Das Gericht steht ohne Rahmen und Hintergrund auf der Tafel, wie die Produktfotos auf einer gedruckten Pizzeria-Karte. In der App Menütafel sind Designs wie Carte und Spectrum dafür gemacht. Laden Sie PNG-Dateien mit transparentem Hintergrund hoch; leere transparente Ränder werden automatisch abgeschnitten, sodass jedes Gericht gleich groß erscheint, egal wie viel Rand die Datei hat. Ein JPEG mit weißem Hintergrund ist kein Freisteller und erscheint auf jeder nicht rein weißen Tafel als weißer Kasten.
Wo der Preis steht
Gäste suchen auf einer Tafel zwei Dinge: was sie wollen und was es kostet. Machen Sie das Zweite mühelos.
- Immer an derselben Stelle. Das übernimmt das Design; machen Sie es nicht zunichte, indem Sie Preise in Namen oder Beschreibungen tippen.
- Währung einmal einstellen. In der App Menütafel steht die gewählte Währung hinter jedem Preis, Sie tippen nur Zahlen. Die Währung bestimmt auch das Dezimalzeichen: Euro und Dinar mit Komma („3,50 €“), Dollar und Pfund mit Punkt. Die Einstellung „Decimal separator“ überschreibt das bei Bedarf.
- Ein Preis pro Eintrag. Jeder Eintrag hat genau einen Preis. Für Größen legen Sie zwei Einträge an („Latte klein“, „Latte groß“) oder schreiben den Aufpreis in die Beschreibung („groß +0,50 €“). Genauso bei Mitarbeiter- und Gästepreis in der Kantine: Der zweite Preis gehört in die Beschreibung.
- Angebote gesondert zeigen. Ein Menü aus Burger, Pommes und Getränk ist keine gewöhnliche Zeile. Das Design Combo zeigt Einträge als Karten für Angebote und Kombis; geben Sie Angeboten eine eigene Tafel oder eine eigene Kategorie.
Hell oder dunkel: nach dem Raum entscheiden
Die richtige Tafel ist die, die zur Stoßzeit in den Raum passt.
Helle Tafeln passen zu Räumen, die tagsüber leben: Café, Bäckerei, Kantine mit großen Fenstern. Bei Tageslicht wirkt eine helle Tafel sauber und bleibt lesbar. Das Design Fresh, hell und klar, ist genau dafür gebaut.
Dunkle Tafeln passen zu Restaurant, Bar und Nachtimbiss, wo ein grell weißer Bildschirm blendet und jeden Blick im Raum auf sich zieht. Classic, Chalkboard, Velvet, Midnight, Grill und Hero sind die dunkleren Designs, für Speisesaal, Bar oder späte Theke.
Zwei Prüfungen, egal wofür Sie sich entscheiden: Schauen Sie die Tafel im hellsten Moment des Tages an, wenn die Sonne ins Fenster fällt, und im dunkelsten, mit dem Licht, das abends wirklich brennt. Und hängt der Bildschirm im Schaufenster, zählt die Helligkeit des Geräts mehr als das Farbschema: Ein dunkler Bildschirm hinter Glas verliert gegen die Sonne, egal welches Design er zeigt.
Hochkant am Eingang, quer über der Theke
Jedes Design der App Menütafel passt sich einem hochkant gedrehten Bildschirm an. Die Entscheidung hängt also von der Wand ab.
- Quer passt auf die breite Fläche über der Theke, zu der die ganze Schlange gleichzeitig aufschaut.
- Hochkant passt an schmale Stellen: neben die Tür, entlang der Schlange, an eine Säule. Das liest sich wie eine aufgestellte Karte und eignet sich für eine kurze Liste oder die Tagesangebote.
Entscheiden Sie das vor der Montage, denn Halterung, Kabellängen und der Platz für den Player hängen davon ab. Wollen Sie einen normalen Fernseher hochkant hängen, schauen Sie vorher ins Handbuch; nicht jeder Fernseher ist dafür vorgesehen. Die Unterschiede zu einem Profi-Display erklärt der Vergleich Profi-Display oder Fernseher.
Bewegung gehört neben die Karte, nicht darauf
Bewegung zieht den Blick an, und genau deshalb gehört sie neben die Karte. Eine Tafel, die gelesen werden soll, muss stillstehen, während man sie liest.
Wollen Sie ein Werbevideo, das Tagesangebot oder das Wetter auf demselben Bildschirm zeigen, teilt die App Zonen & geteilter Bildschirm ihn in Bereiche: die Karte in einem, das Video im anderen, beide gleichzeitig und ohne Ton. Das funktioniert besser, als Werbung zwischen die Kartenseiten zu schieben – sonst sieht der Gast in der Schlange einen Spot, während er auf die Seite wartet, die er braucht. Weil ein Bereich kleiner ist als der ganze Bildschirm, prüfen Sie die Karte danach noch einmal aus der Schlange.
Ein Laufband am unteren Rand ist für eine kurze Zeile in Ordnung („Heute: Tomatensuppe“), aber langsam und mit nur einer Nachricht. Laufschrift ist schwer zu lesen und noch schwerer zu ignorieren.
Vor dem Aufhängen prüfen
In der App Menütafel ist die Vorschau neben dem Formular der fertige Bildschirm. Die meisten Punkte dieser Liste dauern deshalb nur Minuten:
- Jede Seite vom Ende der Schlange aus lesen, nicht am Laptop.
- Jede Karte, die Sie im Lauf des Tages einschalten, am Bildschirm selbst prüfen, Frühstück wie Mittag.
- Die Tafel im hellsten und im dunkelsten Moment des Tages ansehen.
- Namen und Preise von jemand anderem gegenlesen lassen. Ein Tippfehler auf dem Bildschirm sieht jeder Gast, bis ihn jemand bemerkt.
- Nach der nächsten Preisänderung prüfen, ob die Wand sie zeigt. Das sollte sie nach Sekunden tun.
Womit Sie anfangen
Tragen Sie Ihre Karte einmal ein und probieren Sie die Designs daran aus – am echten Bildschirm, aus der echten Schlange. Die Seite zur digitalen Speisekarte zeigt die Designs mit einer Beispielkarte, die Seite der App Menütafel erklärt die Einstellungen. Für alles rund um Bildschirm, Player, Kartenwechsel und Offline-Betrieb lesen Sie unseren Leitfaden zur digitalen Speisekarte; Gestaltungsregeln über Speisekarten hinaus stehen im Artikel zur Digital-Signage-Gestaltung.
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